Freitag: Day 1
Nach knapp zweistündiger Fahrt kamen wir gegen 16 Uhr mit unseren Pferden auf dem Lüssinghof in Haren an der Ems an. Als wir auf den Hof kamen, empfing uns ein regelrechtes Gewusel aus Pferdetransportern, Fahrzeugen, Pferden, die gerade abgeladen wurden, Reitern zu Pferde,
und vielen Leuten, die ihre Fahrzeuge entluden. Gleichzeitig waren wir von der riesigen Anlage beeindruckt. Mit zwei großen Reithallen, einer überdachten, großen Führanlage, einem Longierzirkel und einem Springplatz konnte sich der Reiterhof wirklich sehen lassen.
Nachdem wir die Pferde von den Anhängern geführt hatten, wies die Hofbesitzerin uns "Newbies" ein und zeigte uns die Boxen. Ilka hatte für jedes Pferd ein großes gelbes Schild mit dem Namen, dem Verein, dem Besitzer und der Handynummer gefertigt,
so gab es keine Missverständnisse in der Boxenverteilung.
Herzbube, Rossini und Floreen, an deren Boxen wir beim Einstallen vorbeikamen, hatten sich direkt auf ihr Fressen gestürzt, da sie gerade von ihrem ersten Ausritt kamen. Unsere beiden, Gorden und Chivas, hingegen durften sich zwar das Deluxe-Futter, das aus Gerste, Roggen und Hafer bestand, fressen, mussten sich jedoch die sehr
großzügig bemessene Heuportion für später aufheben.
Für Gorden und Chivas ging's erst einmal auf Geländeerkundung. Nach einer anfänglichen Orientierung und ausgiebigem Schritt stellten wir mit gewisser Vorfreude fest, dass das Ausreitgebiet vielversprechend war. Die breiten Sandwege luden dann auch zu dem einen oder anderen Galopp ein, am Ende ließen wir es dann so richtig mal knacken.
Nach dem knapp eineinhalbstündigen Ausritt, bei dem wir auch das eine oder andere Geländehindernis überwanden, kamen wir wohlbehalten wieder am Reitstall an.
Am ersten Abend, so gegen 20 Uhr, wurde ein Buffet auf den Terrassen der beiden, zusammenhängenden Wohnungen der Organisatorinnen aufgebaut. Es gab heiße Würstchen und verschiedene, selbst zubereitete Salate. Highlight war Janinas Spaghetti-Salat!
Im Laufe des Abends zauberten Kathrin und Steffen die eine oder andere Literflasche
"Tropical Maracuja-Dream" aus ihrem Vorrat hervor. Unheimlich lecker und unwahrscheinlich "vitaminreich"! Gegen 21 Uhr machten wir Youngster, Svenja, Clara, Sandra und ich, es uns vor unserer Wohnung gemütlich. Es gab auch keinerlei Einschlafprobleme, weil Kathrin uns
netterweise eine Flasche von ihrem Maracuja-Dream abgab, der uns dann auch einen tiefen Schlaf schenkte ;-)
Samstag: Day 2
Als Dankeschön für die freundlichen Getränkegabe durften Kathrin und Steffen unseren kostenlosen Weckservice testen, sie brauchten uns noch nicht einmal darum zu bitten, da sie genau neben uns wohnten. Als Svenja und ich nämlich morgens ein cooles Lied auf VIVA sahen, drehten wir die Lautstärke voll auf. Dass es erst 6.30 Uhr war, hatten wir eigentlich nicht bemerkt. Da die beiden mit deutlich über 20 Jahren ja zum alten Eisen gehören, waren sie stocksauer,
vermutlich konnten sie unseren Musikgeschmack nicht hundertprozentig teilen. Kathrin und Steffen haben es aber überstanden, Svenja und ich übrigens das Donnerwetter auch!
Gegen 9 Uhr trafen wir uns im Casino der Reithalle, wo uns ein tolles Frühstücksbuffet erwartete. Brötchen und Eier bis zum Abwinken, Cerealien, verschiedene Säfte, viele leckere Aufstriche, eben alles, was das Reiterherz am frühen Morgen begehrt! Die Betreiber des Reiterhofes hatten offensichtlich für einen gewissen Unterhaltungswert gesorgt, denn vom Casino aus hatte man einen sehr guten Blick in die Reithalle, wo ein älteres Ehepaar mit seinen Bemühungen unsere Lachmuskeln strapazierten. Während des Frühstücks wurden wir in drei Reitgruppen eingeteilt:
- Gruppe 1, die Galopper: In dieser Gruppe waren die gut aufgehoben, die auf langen Strecken mal richtig die Sau rauslassen wollten: Ilka, Gitti, Sabine, Janina, Kathrin, Anke.
- Gruppe 2, die Geländespringer: Simone, Vicky, Svenja, Verena, Frank, Ricarda.
- Gruppe 3, Sightseeing zu Pferde: Isa, Gabi, Heike, Clara, Sandra. Aber auf der Euro!
Da war alles anders...
Mit prallen Bäuchen vom Frühstück machten wir uns gegen zehn Uhr auf den Weg zu unseren
Vierbeinern. Die Pferde machten schon ohne uns einen sehr zufriedenen und ausgeglichenen Eindruck. Die Stallknechte hatten nämlich sämtliche Warnungen wie "Kein Hafer!", "Kein Kraftfutter!", "Kein Heu!" oder "Nur wenig füttern!" sehr zur Freude der Pferde völlig ignoriert und die Pötte bis zum Stehkragen mit diesem
offensichtlich köstlichem Nature-Mix gefüllt.
Nachdem geputzt und gesattelt wurde, ritt unsere Gruppe los. Es ging quer durch ein ausgetüfteltes System mit Sandwegen. Wir ritten meistens gemütlich Schritt und Trab. Endlich an der Euro, einem sehr breiten Reitweg, der aus etwa
einen halben Meter tiefem Sand bestand, angekommen, legten wir an Tempo zu und wie ließen es mal richtig knacken!

Allerdings mussten sich die Pferde erst einen Wüstengalopp aneignen, denn mit normalem Galopp wären sie wohl gestolpert. Also - Hufe hochheben und "gib ihm"!

Selbst Gorden und Armani waren nicht wiederzuerkennen und ließen sich nur schwer bremsen.
Alle drei Gruppen hatten sich um 12 Uhr am Wasserloch verabredet. In unserer Gruppe ging jedes Pferd ohne zu zögern in das Wasser. Als schließlich die beiden anderen Reitergruppen zu uns stießen, wurde es zwar voll, aber lustiger. Milan konnte nicht überzeugt werden und traute sich nur bis auf einen Meter an das Wasser heran. Obwohl Sabine abgestiegen war, um ihn an den Zügeln ins Wasser zu ziehen, wollte er sich nicht überreden lassen.

Den allergrößten Spaß machte es, voll-stoff in das Wasser reinzugaloppieren und die anderen mit einer
tüchtigen Ladung Spritzwasser zu beglücken! Schließlich hatte nicht jeder Zeit gefunden, morgens noch zu duschen.

Nachdem wir wieder am Lüssinghof ankamen, versorgten wir unsere vierbeinigen Gefährten und stellten sie wieder in die Box. Mittagessen wurde in jeder Wohnung alleine zubereitet. Wer zu faul war, konnte die massenhaften Reste vom Vorabend verspeisen. In unserer Mädel-WG guckten wir Fernsehen und plauderten dabei über Gott und die Welt, unterbrochen nur von Werbeeinblendungen.
Am Nachmittag splitteten wir uns auf, ein Teil wollte wieder ins Gelände, wir wollten auf den Springplatz, denn dort hatten wir einen sehr schönen, mobilen Wassergraben entdeckt, den wollten wir dann üben. Es gab noch mehr zu springen auf dem Platz, Gorden und Chivas jedenfalls waren danach wie wir - ich vom Reiten, Frank vom Hindernisbau und Stangenschleppen - richtig schön müde und ausgepowert.
Als wir unsere Pferde im Stall hatten, kamen auch der Reihe nach die Ausreiter in Gruppen zurück. Schnell, schnell! Alle mussten sich beeilen, stand doch "Der Italiener" und nicht "Die Pizzeria" auf dem Plan für die Abendunterhaltung. Nachdem alle sich recht ordentlich angehübscht hatten, ging es in einer Art Fahrzeugkorso in die Innenstadt von Haren. Haren ist so groß, dass, als der erste Wagen in der Innenstadt seinen Parkplatz gefunden hatte, der letzte Wagen der aus drei Fahrzeugen bestehenden Autoschlange gerade das Ortseingangsschild passierte. Dennoch, der Kellner konnte sich wider Erwarten alles merken, denn jeder erhielt, was bestellt wurde und es war wirklich lecker. Selbst die, die sich nur eine Pizza (!) bestellt hatten, waren sehr zufrieden, weiß man doch, dass bei richtig guten Italienern die Pizza, soweit überhaupt angeboten, nicht zu den Top-Ten der Speisekarte gehört.
Es war ein sehr lustiger Abend, der Kellner machte bei der Abrechnung sein zweites Diplom in Mathematik und brach praktisch nebenbei noch den amtierenden Rekord im Trinkgeld.
Wegen des auf Kosten des Hauses gereichten Schnapses fielen wir, in unseren
Appartements angekommen, fast direkt in die Betten.
Sonntag, Day 3
Es gab wieder diese herrlich unterhaltsame Live-Show in der Reithalle, mit der unsere Wirtin uns von den zu fußballgroßen
Klumpen zusammengebackenen Cerealien ablenken wollte. Aber ehrlich gesagt, stimmte das natürlich nicht, die Klumpen haben wir schon am Samstag zertrümmert ;-). Wir haben wirklich gut gefrühstückt.
Und gelernt, dass es neben den drei bekannten Grundgangarten des Pferdes
noch den "Schrab" und den "Tralopp" gibt.
Zimmer räumen, Koffer/Tasche, Beautycase packen, auf zu den Pferden. Wir wollten es noch einmal
knacken lassen, was wir dann auch taten. Treffpunkt: das Wasserloch. Aber das Wunder vom Samstag Nachmittag ließ sich nicht wiederholen: Milan kannte jetzt das Wasser schon und wollte vermutlich deshalb nicht mehr rein. Und Sabine wollte partout nicht vorgehen und die Tiefe ausloten. Also blieb er als einziges Pferd nahezu trocken. Wieder am Hof angekommen, waren viele der anderen Gäste schon abgereist. Diesmal ging das Absatteln praktisch wie von selbst.
Simone hat noch dafür gesorgt, dass die Knechte die Tröge der Pferde nach der bekannt großzügigen Art randvoll gefüllt hatten und die Quadrupeden noch ein Stündchen ausruhen durften, bevor es wieder nach Hause ging.
Zuhause angekommen, wollten alle wissen, wie es war. Wir, die wir mitgefahren sind, wissen ja, wie schön und lustig es war, schwärmen wir ja noch heute von dem herrlichen Ausflug. Aber ich finde, wir sollten nicht so viel davon erzählen, sondern lieber die anderen überreden, beim hoffentlich nächsten Mal einfach mitzukommen...
Ricarda (und Frank) p.s.: Vielen Dank an die Organisatoren für das
rundum gelungene Wochenende. |