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Fuchsjagd *** DeluXe
Am 2. Oktober gegen 10 Uhr vormittags trafen sich 24 abenteuerlustige
Reiterinnen und Reiter vom RV JBK Senden an der Vereinshalle, um sich an
der alljährlichen Fuchsjagd zu beteiligen. Dieser Erlebnisbericht,
geschrieben von Ricarda Schaperdot und Marie Lübbesmeyer, schildert nun
die Ereignisse und den Verlauf sowie die wie immer auftretenden
Besonderheiten unserer Fuchsjagden.
Gut gelaunt waren wir alle, leicht aufgeheitert auch und hoch motiviert
sowieso.
Der Master Lutz Wagner versuchte wie fast jedes Jahr, uns alle im Schach
zu halten. Schon seine martialische Ansprache und das obligatorische,
militärische Durchzählen machte deutlich, wer heute den Chef spielen
wollte.
So ging es denn auch gleich in sehr flottem Tempo von der Reithalle los,
denn wer trödelte oder nicht sofort mit dem rasanten Tempo mithalten
konnte, wurde direkt getadelt. Aber selbst so niedliche Versuche, uns von
der Jagd abzuhalten wie „...wollt ihr nicht mitmachen? Dann reitet doch
gleich nach Hause..." konnten uns nicht abschrecken, unsere wichtigen
Gespräche zu unterbrechen oder gar eine schnellere Gangart zu wählen. Wie
gut, dass Lutz wenigstens von seiner Gerte keinen Gebrauch machte...
Die Fuchsmajoren Ilka (bei den Großpferden) und Marie (bei den Ponys)
hatten dieses Jahr eine ganz ruhige und beschauliche Fuchsjagd geplant,
doch als wir uns umsahen und die Jagdgesellschaft unter die Lupe nahmen,
fanden wir als einzig passenden Oberbegriff nur das Wort „Chaosgruppe“.
Wir fanden das klasse. Und gottlob wurde die Fuchsjagd dann doch nicht so
ruhig, wie erwartet.
Es gab wie jedes Jahr die üblichen Spielchen wie Zurückhalten der
Fuchsmajor-Pferde, Zickzack- und Voltenreiten, damit das Feld zum
Überholen gezwungen wurde. Selbstverständlich taten ganz viele der
Mitreiter Ilka diesen Gefallen, sie sollte schließlich auch ein wenig
Spaß haben.
Marie versuchte, durch das Vorbild Ilka animiert, ebenfalls solche
waghalsigen Manöver bei der Ponygruppe. Doch Sinn machte es eigentlich
nicht, da weder Marie selbst, noch die anderen Ponyreiter ihre wilden
Shettys steuern oder gar bremsen konnten. Man hörte wohl des öfteren ein
herzliches „Mist „oder „Scheiße“ „Schade“, manchmal auch „...Hilfe,
Marie“, die Ponys und Pferde aber wollten das heute nicht hören und taten
das, worauf sie Lust hatten. Also preschten sämtliche Ponyreiter an Marie
vorbei, typisch ...“Jugend von heute!“
Den ersten Stop legten wir in einem für uns völlig unbekanntem und
namenlosen Wald ein. Hier konnten die Pferde erstmalig verschnauben und
die Reiter ihre Kräfte sammeln. Das mitgereiste Zivilvolk durfte sich
nützlich machen und es wurden schmack- und nahrhafte Schnittchen
umhergereicht. Wir später erfahren haben, hatten sowohl die Schnittchen
als auch die Getränke eine mehrfache Umrundung des Kreisverkehrs
Hiddingsel hinter sich bringen müssen, da keiner der Fahrer eigentlich
wusste, wo man hinfahren sollte. Also kreiselte der Tross so lange, bis
dem ersten schlecht wurde und er wie durch eine Fügung den richtigen Weg
in den besagten Wald fand.
Marie halft mit, servierte auch Süßigkeiten aus einem riesigem Korb,
wobei sie aufpasste, dass nicht zu gierig oder zu viel davon genommen
wurde, ansonsten wurden die Personen mit einem scharfen Spruch gestoppt:
"...sonst geht's dir auch noch gut, R. (Name der Redaktion bekannt)?!"
Nach der Pause waren alle wieder voller Power und der Ausritt konnte
fortgeführt werden. Einige Pferde hatten sich wieder beruhigt und machten
es ihrem Reiter recht einfach, andere hingegen waren immer noch
angespannt von der gesamten Aufregung, so hatte zum Beispiel eine
Reiterin eines großen hellbraunen Wallachs mit sehr breiter Blesse und
weißem Maul sehr mit dem Tempo zu kämpfen und versuchte dauernd ihr Pferd
zu bändigen. Daher ist es natürlich verständlich, dass sie neidisch auf
diejenigen war, die ihre Pferde antrieben, um an ihr vorbeizupreschen und
denen sie bissige Sprüche hinterher rief "...lass das!" oder "...noch
enger überholen geht ja wohl auch nicht mehr!" (Richtig Verena, wir haben
uns Mühe gegeben, aber enger ging nicht...)
Bernhard hingegen war alles zu langweilig und um mehr Action in den
Ausritt hineinzubringen, stiftete er Isa an, qualmend auf den Zossen zu
sitzen. Isas armes, armes Pferd! Letztes Jahr musste es angebunden am
Hänger mitlaufen, weil es einfach vergessen wurde und dieses Jahr muss es
eine rauchende Reiterin ertragen. Also Isa, das geht doch wirklich nicht,
wo Rauchen doch den Mitmenschen (und bestimmt auch Mitpferden) der
Umgebung schadet!
Die Mittagspause legten wir am Handelshof ein. Hier wurden wir gut
umsorgt und konnten uns für den weiteren Verlauf der Fuchsjagd
ausreichend stärken.
Keiner allerdings konnte nachvollziehen, was sich Fuchsmajorin Ilka und
ganz besonders der Perfektionist Lutz dabei dachten, als sie ihre Pferde
an einem abgekuppelten Hänger anbanden, nur um Ruhe zu haben und sich
ihre Bäuche schön prall füllen zu können. Als es nämlich den Rössern zu
langweilig wurde, machten sie auf sich aufmerksam.
Rossini zeigte, wie leicht es ist, einen „losen“ Pferdeanhänger durch die
Gegend zu ziehen und wie man sich von seiner Trense befreit. Stolz lief
er dann ganz allein vor dem Handelshof herum und fand sich klasse. Bubi
hatte den Dreh noch nicht so gut raus, aber schaffte immerhin, sein
Reithalfter zu beschädigen.
Nachdem das Sattelzeug wieder in Ordnung gebracht wurde, saßen wir alle
auf und konnten unseren Ritt fortsetzen. Wohlbehalten kamen wir am Verein
an. Für das Fuchsschwanzgreifen wurde auf einem von Bernhards unzähligen
Äckern flott ein Fuchsbau mit Hütchen improvisiert. Dort warteten schon
andere Zuschauer auf uns.
Als nämlich die Ponys von Gut Wewel, die bis dahin friedlich auf einer
Koppel grasten, an den Zaun galoppiert kamen, zeigte Ki...s Pferd
S.x...k, was es schon alles gelernt hat. Unter anderem eine besondere
Form von „Männchen machen“, denn S.x...k präsentierte sich den Weideponys
in kerzengerader, aufrechter Position. K..a, von den neuen Fähigkeiten
ihres Pferdes bass überrascht, versuchte durch stures Sitzenbleiben im
Sattel und festem Anziehen der Zügel ihr wildes Ross wieder auf den Boden
(der Tatsachen) zu bewegen. Das Resultat war, dass S.x...k das nächste
Kunststückchen präsentierte: „Hinsetzen“. Hier war er aber noch nicht so
sicher in der Ausführung, jedenfalls fiel K..a samt bis dahin strahlender
Turnierkleidung in den Matsch. K..a entschloss sich, keine weiteren
Vorführungen zuzulassen, S.x...k schwebte dann in vollendetem Mitteltrab
in feinster dressurlicher Manier schon einmal ohne Reiter zu den
Vereinsstallungen zurück.
Nach diesen Kunststücken konnte das Fuchsschwanzgreifen endlich beginnen.
Die Ponyreiter machten den Großpferden vor, wie man eine rasante
Fuchsjagd gestaltet. Alle Anwärterinnen waren begierig und heiß auf den
Titel des Ponyfuchsmajors. Doch Marie und Jonny machten es den
Teilnehmerinnen nicht einfach. Kaum jemand konnte mit dem Tempo von Jonny
mithalten, doch Laura Lazdins setzte sich am Ende durch und konnte Marie
den Fuchsschwanz entreißen.
Bei den Großpferden war nicht klar, wer denn gerne Fuchsmajor werden
wollte. Überraschenderweise sicherte sich Bernhard bereits zum dritten
Mal die Trophäe. Nach anfänglichen Schwierigkeiten bei der Suche nach dem
Fuchsschwanz, bei dem Bernhard erst einmal das Gesäß von Ilka betastete,
konnte er schließlich doch den Fuchsschwanz an Ilkas Schulter finden und
samt Jackett an sich reißen. Das Jackett wollte aber an Ilkas Leib
verbleiben. So musste es sich quasi zweiteilen.
Am nächsten Morgen traf sich die gesamte Meute erneut im Casino, wo das
Jagdgericht unter der Leitung von „Jagdrichter“ Frank und Beisitzerin
Simone stattfand. Frank lehrte allen Anwesenden das Fürchten, so musste
wirklich jeder zur Kasse, denn jedes kleines Vergehen wurde geahndet, die
Strafen beliefen sich von 1 Euro bis zur Höchststrafe 20 Euro (ist klar –
der „Lüstling“). Der Rest rieb sich vor Lachen die Tränen aus den Augen.
Ingesamt war es eine wirklich schöne und sehr lustige Fuchsjagd! Wir
freuen uns auf jeden Fall auf die nächste „wilde Hatz"!!!
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